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Förderung für zwei neue Sonderforschungsbereiche mit Jülicher Beteiligung

Jülich / Köln / Erlangen, 30. November 2020 - Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ab 2021 zwei neue Sonderforschungsbereiche mit Jülicher Beteiligung: "Schlüsselmechanismen physiologischer und krankheitsbedingt gestörter motorischer Kontrolle" (Köln) zu motorischer Kontrolle und "CLINT" - Catalysis at Liquid Interfaces (Erlangen-Nürnberg) für technische Katalysatoren mit neuartigen Eigenschaften.

Schlaganfall, Parkinson oder spinale Muskelatrophie: Viele neurologische und psychische Erkrankungen gehen mit Lähmungserscheinungen oder gestörten Bewegungsabläufen einher. Der neue Sonderforschungsbereich (SFB) zum Thema "Schlüsselmechanismen physiologischer und krankheitsbedingt gestörter motorischer Kontrolle" zielt auf die Erforschung der genetischen, zellulären sowie systemischen Prozesse, die der motorischen Kontrolle bei Tieren und Menschen unterliegen. Für die erste Förderperiode von 2021 bis 2024 stellt die DFG dem neuen SFB insgesamt über 13 Millionen Euro zur Verfügung. Sprecher des neuen Forschungsverbundes ist Univ.-Prof. Dr. Gereon Fink, Direktor der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln und des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM-3) des Forschungszentrums Jülich.

Motorische Fähigkeiten erlauben uns, mit der Umwelt in vielfältiger Weise zu interagieren. Alltägliche motorische Prozesse wie Greifen oder Gehen, über die wir oft nicht einmal nachdenken, werden durch komplexe Netzwerke im Gehirn und Rückenmark gesteuert, welche ihrerseits durch genetische, molekulare und zelluläre Faktoren beeinflusst werden.

"Krankheitsbedingte Störungen der motorischen Kontrolle besitzen erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Patienten und deren Angehörige. Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson oder spinale Muskelatrophie führen nicht selten zu schweren Einschränkungen der Selbständigkeit betroffener Personen“, erklärt Professor Fink. Darüber hinaus gehen viele psychische Erkrankungen mit Störungen der Motorik einher. Daher erweitert ein besseres Verständnis der zu Grunde liegenden Mechanismen nicht nur das grundsätzliche Verständnis zu den neurobiologischen Grundlagen von Motorik und deren Störungen, sondern ermöglicht auch die Entwicklung neuer effektiver Therapien für Patienten.

Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen Neurobiologie, Neurophysiologie, Neurologie, Neurowissenschaften, Psychiatrie, Psychologie, Nuklearmedizin und funktionelle Neurochirurgie widmen sich diesem Forschungsthema in einem interdisziplinären Ansatz, welcher die verschiedenen Ebenen und Facetten innovativ verbindet. Hierfür kooperieren 10 Forscherinnen und Forscher des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich (INM-2, INM-3, INM-7 und INM-11) mit 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät, der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln sowie des Universitätsklinikums Köln, des Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung Köln sowie der Universität Frankfurt und der Hebrew University Jerusalem. Der neue SFB trägt somit nachhaltig zur Vernetzung innerhalb des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich bei und stärkt zudem die Kooperation der Standorte Jülich und Köln in den Neurowissenschaften.

"Dieser SFB soll neue Erkenntnisse liefern, welche genetischen, zellulären und systemischen Mechanismen zur motorischen Präzision, Koordination und Flexibilität, und Lernfähigkeit des motorischen Verhaltens beitragen, und wie diese Prozesse nicht nur im reifen Gehirn, sondern über die gesamte Lebensdauer ermöglicht werden. Dabei dienen Untersuchungen zu Störungen der motorischen Kontrolle der Überprüfung von Modellen der physiologischen motorischen Kontrolle und ihrer Entwicklung, verbessern das Verständnis von neurologischen und psychischen Erkrankungen und helfen so, neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln", so Prof. Fink.

"CLINT" soll technische Katalysatoren mit neuartigen Eigenschaften erforschen

Mit "CLINT" (Catalysis at Liquid Interfaces) hat die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einen Sonderforschungsbereich bewilligt bekommen. Sprecher ist Prof. Dr. Peter Wasserscheid, Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg und Leiter des Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik an der FAU. Der SFB 1542 verfolgt einen grundlegend neuen Ansatz in der chemischen Reaktionstechnik: Er will die hochdynamische, anisotrope Umgebung gasförmig-flüssiger beziehungsweise flüssig-fester Grenzflächen nutzen, um technische Katalysatoren mit neuartigen Eigenschaften und einer bisher unerreichten Produktivität, Stabilität und Handhabbarkeit zu erzeugen. Dabei soll das Verständnis katalytischer Vorgänge mit einer gezielten Materialentwicklung verbunden werden, weshalb die Untersuchungen von Modellsystemen bis zu Realkatalysatoren reichen und unter anderem auch In-situ-Methoden einschließen. Der SFB wird die nächsten vier Jahre mit 12,5 Millionen Euro gefördert.

Weitere Informationen:

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Kognitive Neurowissenschaften (INM-3)

Helmholtz-Institut Erlangen-Nürnberg (HI ERN / IEK-11)

Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Gereon R. Fink
Direktor des Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Kognitive Neurowissenschaften (INM-3)
und der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Köln
E-Mail: g.r.fink@fz-juelich.de

Prof. Dr. Peter Wasserscheid
Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg (IEK-11) und
Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Tel.: 09131 85-27420
E-Mail: p.wasserscheid@fz-juelich.de

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